Symptome

Zuerst die Information, dass es das Symptom, das ganz eindeutig auf eine Schilddrüsenfehlfunktion hindeutet, nicht gibt (außer vielleicht ein riesengroßer Kropf). Da es eindeutige Symptome von Schilddrüsenerkrankungen nicht gibt, sollten immer die eigenen Symptome und die Konstellation der medizinischen Untersuchungsergebnisse zusammen betrachtet werden, um die Diagnose "Schilddrüsenfehlfunktion" stellen zu können.

Schilddrüsenfehlfunktionen werden durch Schädigungen der Schilddrüse ausgelöst. Eine Schädigung der Schilddrüse ist durch eine Schilddrüsenerkrankung hervorgerufen. Eine Schilddrüsenunterfunktion ist also keine eigentliche Erkrankung der Schilddrüse, sondern das Resultat einer Schilddrüsenerkrankung.

Auch durch falsch dosierte Schilddrüsenmedikamente können die Symptome einer Über-/oder Unterfunktion der Schilddrüse hervorgerufen werden. Deshalb möchte ich im folgenden von Symptomen einer Über- oder Unterversorgung mit Schilddrüsenhormonen sprechen.

Nicht alle Patienten habe alle Symptome. Es ist sogar eher so, dass die meisten Betroffenen nur wenige Symptome haben (aber das reicht ja eigentlich auch schon). Deshalb im folgenden eine Auflistung möglicher Symptome, mit der Sie überlegen können, welche Symptome bei Ihnen auftreten.

Diese Symptomliste ist zur Diagnose
einer Schilddrüsenerkrankung nicht geeignet!

Sollten jedoch mehrere Beschwerden bei Ihnen vorliegen, die an eine Schilddrüsenerkrankung denken lassen, dann bitten Sie Ihren Arzt eine Schilddrüsenuntersuchung durchzuführen.

Mögliche Symptome einer Fehlversorgung mit Schilddrüsenhormonen:
Unterversorgung Überversorgung
Haut: Trockene Haut
Gelbliche Verfärbung der Haut
Rötliche, gut durchblutete Haut
Feuchte Haut, leichtes Schwitzen
Haare: Trockene Haare
Haarausfall
Brüchige Haare
Leicht fettende Haare, die schnell wachsen
Haarausfall
Brüchige Haare
Nägel: Fingernägel brechen schnell ab
Trockene Nägel
Fingernägel brechen schnell ab
Schnell wachsende Nägel
Augen: Trockene Augen
Geschwollene Augenlider
Feuchte Augen
Leicht tränende Augen
Herz: Relativ langsamer Puls
Der Blutdruck (beide Werte) steigt vor allem dann an, wenn Übergewicht vorhanden ist. Sonst ist der Blutdruck eher niedrig.
Manchmal gerät das Herz ins "Stolpern".
Relativ schneller Puls
Der Blutdruck (erster Werte) steigt an.
Manchmal gerät das Herz ins "Stolpern".
Bei körperlicher Belastung steigt der Puls sofort an.
Muskulatur: Die Muskulatur kann groß werden, verliert jedoch ihre Leistungsfähigkeit. Das Muskelvolumen kann abnehmen.
Kraftlosigkeit
Muskelschmerzen
Gewicht: Es ist sowohl eine Gewichtszunahme als auch -abnahme möglich.
Auch der Appetit kann in beide Richtungen variieren.
Es ist sowohl eine Gewichtszunahme als auch -abnahme möglich.
Auch der Appetit kann in beide Richtungen variieren.
Meist ist es so, dass es trotz großer Nahrungsaufnahme zu einer Gewichtsreduktion kommt (aber eben nicht immer!).
Stuhlgang: Hart
Verstopfung
Weich
Durchfall
Häufiger
Durst: Meist kann die empfohlene Menge von 2 Litern pro Tag nicht getrunken werden, da sich das Wasser im Körper ansammelt. Meist wird mehr als die empfohlene Menge von 2 Litern pro Tag getrunken.
Konzentration und Merkfähigkeit: Beide Fähigkeiten können nachlassen. Dies kann sich auch bei Gesprächen mit Freunden und im Beruf bemerkbar machen. Man kann das Gefühl haben, dass man nicht mehr weiß, was gerade war (Blackout). Meist rasen die Gedanken von hierhin, nach dorthin. Kaum hat man einen Gedanken erfaßt, schon ist er wieder fort.
Meist ist die Kreativität und der Ideenreichtum angehoben.
Manchmal kann man sich schlecht auf einen Punkt konzentrieren, da die Gedanken wandern wollen.
Schlaf: Vermehrtes Schlafbedürfnis
Es kann jedoch sein, dass man trotzdem schlecht einschlafen kann.
Eventuell Bedürfnis einen Mittagsschlaf machen zu müssen.
Durch die große Müdigkeit kann es dazu kommen, dass man Freizeitaktivitäten vernachlässigt.
Es kann aber auch sein, dass man durch viele Freizeitaktivitäten versucht Anregungen von Außen zu holen.
Vermindertes Schlafbedürfnis
Es kann sein, dass man schlecht einschlafen kann.
Bei manchen Betroffenen kommt es zu einer Erschöpfung, da der Körper ausgepowert ist. Trotzdem kann man dann nicht recht schlafen.
Sexualhormone: Vermindertes sexuelles Bedürfnis
Störungen im Menstruationszyklus der Frau (unregelmäßige oder verstärkte Blutung, Ausbleiben der Regelblutung.
Erektionsstörungen des Mannes
meist gesteigertes sexuelles Bedürfnis
Störungen im Menstruationszyklus der Frau (unregelmäßige oder verstärkte Blutung, Ausbleiben der Regelblutung.
Erektionsstörungen des Mannes
Soziales: Arbeit, Beruf und Freizeit können durch die körperlichen Leistungseinschränkungen negativ beeinträchtigt werden. Arbeit, Beruf und Freizeit können durch die körperliche und geistige Hyperaktivität negativ beeinträchtigt werden.